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Lockdown & Fiaker: Wiener Fiaker dürfen trotz Lockdown weiter ausfahren.

Was oberflächlich betrachtet, unglaubhaft und unverständlich klingt, ist tatsächlich wahr. Trotz Lockdown und Ausgangsbeschränkungen dürfen die Fiaker wie gewohnt weiter ausfahren. Und das ganz ohne Sonderbescheid oder Extrabehandlung. Warum das so ist, welche rechtliche Grundlage das untermauert und wieso das tatsächlich auch Sinn macht - erläutern wir hier.


Die Spitäler sind überlastet, die Lage ist ernst – Wir befinden uns in einem weiteren Lockdown. Sämtliche Geschäfte und Kultureinrichtungen sind geschlossen, Restaurants dürfen maximal Take-Away Speisen anbieten, es gelten allgemeine Ausgangsbeschränkungen. Lediglich Supermärkte und Geschäfte, die für die Grundversorgung der menschlichen Bedürfnisse benötigt werden sowie Verkehrsmittel bilden die Ausnahme und stehen auch weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung.


Fiaker im Lockdown – Juristisches und Herausforderungen.

Genau aus den genannten Ausnahmen dürfen die Wiener Fiaker auch in diesem Lockdown auf den Straßen und in der Innenstadt unterwegs sein. Denn de facto sind die Fiaker juristisch dem öffentlichen Stadtverkehr zugeordnet. Genauer gesagt gelten die zweispännigen Kutschen als Taxis und dürfen somit auch aktuell unterwegs sein und Gäste wie gewohnt gegen Entgelt transportieren – so die sinngemäße Antwort auf die Nachfrage bei der zuständigen Stelle. In diesem Fall drängt sich zwangsläufig allerdings die Frage auf: Macht das Sinn? Immerhin ist die Chance auf Gäste nicht allzu hoch, nachdem die Menschen nur unter besonderen Umständen ihre vier Wände verlassen sollen. Auch wirtschaftlich scheint das wohl kaum rentabel?

Tatsächlich lassen sich einige Argumente finden, die über die rechtliche Grundlage hinausgehen, zumal die 324 Fiakerpferde auch im Lockdown ihr geregeltes Maß an körperlicher Bewegung und mentalem Ausgleich benötigen. Denn wie bereits bekannt ist, kann das zu lange in der Box oder auf der Koppel stehen fatale Folgen für die Tiere haben. Da ist alleine schon die Ausfahrt aus dem Stall in die Innenstadt eine willkommene Aktivität. Die Pferdebesitzer müssen also vor allem an solchen Tagen besonders auf die Gesundheit ihrer geliebten Vierbeiner achten. Denn die Pandemie wirkt sich ebenfalls auf sämtliche Tiere aus, die mit uns Menschen zusammenleben.

Foto: Hermann Hofer.


Corona – Belastung für Mensch und Tier.

Andererseits stellt die Corona-Pandemie für viele Menschen ebenfalls eine körperliche oder psychische Belastung dar. Umso wichtiger ist es, dass wir uns zeitliche und räumliche Zonen schaffen, an oder in denen wir nicht an die Pandemie denken müssen und Stress abbauen können – so Psychiater Michael Musalek in einem Interview.

So kann sich beispielsweise ein schöner Spaziergang in Kombination mit einer entschleunigenden Fiakerfahrt durch die eigene Stadt vielleicht schon wie ein kleiner Urlaub anfühlen. Immerhin kommen viele Menschen alljährlich von weit, weit her weil sie genau diese Kultur, Tradition und Historie erleben wollen. Auch die Tatsache, dass Pferde eine besonders positive psychologische Wirkung auf uns Menschen haben und Ängste sowie Stress lindern können, ist ein weiterer Vorteil.


In Summe lassen sich bei einer Fiakerfahrt mehrere positive Aspekte miteinander verbinden – Traditionsunternehmen werden wirtschaftlich unterstützt, die Gesundheit der Pferde wird gefördert, ihr entdeckt die eigene Stadt aus einer völlig anderen Perspektive und gönnt euch eine wichtige Auszeit für eure Seele. Im Umkehrschluss, sollte man jedoch nicht ausser Acht lassen, dass wir uns eben aktuell in einer Pandemie befinden und die Sicherheit sowie Gesundheit unser aller größtes Gut ist – dementsprechend sollte man sich mit größtmöglicher Sorgfallt an die Vorgaben der Bundesregierung halten und stets darüber nachdenken, wie man sich selbst und seine Mitmenschen bestömlgich schützen kann.





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